Raffrollos selber nähen (mit Querstäben)
Wir zeigen Ihnen hier Schritt für Schritt, wie Sie ein Raffrollo mit Faltrollostäben aus einem einfarbigen Inbetween-Stoff (halbtransparenten Stoff) ganz einfach selbst nähen können.
In unserem Praxisbeispiel fertigen wir ein Raffrollo mit den Maßen 135,5 cm Breite x 160 cm Höhe mit eingenähten Tunnelzügen und Faltrollostäben (Ø 6 mm) an. Hierfür verwenden wir das „Kettenzugsystem Deluxe“ mit einer Metallkette en bestellen alle benötigten Kurzwaren einzeln.
Der Stoffbedarf:
Beim Kauf des Stoffes rechnen Sie in der Breite 20 cm extra und in der Höhe 50 cm extra für die Säume und Tunnel hinzu. In diesem konkreten Beispiel verwenden wir einen raumhohen Gardinenstoff mit einer Standardhöhe von 280 cm.

Wir beginnen damit, den Stoff auf die richtige Breite zuzuschneiden. Wenn der Stoff stark zerknittert ist, empfiehlt es sich, ihn vorab zu bügeln, um ein späteres Einlaufen zu verhindern. Falls die Webkante sehr straff sitzt oder verformt ist, schneiden Sie diese am besten zuerst ab.
Wir nähen die Seitensäume mit einem doppelten Einschlag von jeweils 2,5 cm. Das bedeutet, dass wir insgesamt 10 cm zur Wunschbreite hinzurechnen (135,5 cm + 10 cm = 145,5 cm).
Der Stoff ist absolut fadengerade gewebt. Daher ziehen wir einen Gewebefaden aus dem Stoff heraus und schneiden präzise entlang dieser Linie. Die obere Webkante nutzen wir als Oberseite des Raffrollos; hier messen wir auch die finale Breite ab.

Abbildung 2: Zuschnitt des Raffrollos auf die richtige Breite. Benötigt: Schere.

Abbildung 3: Nähen der Seitensäume mit 2,5 cm Einschlag und 2,5 cm Umschlag. Nähen Sie zuerst eine Seite komplett. Starten Sie dann mit der zweiten Seite für einige Zentimeter und überprüfen Sie die Gesamtbreite, bevor Sie weiternähen. Hilfreiches Tool: Magnetlehre (Saumhilfe).

Abbildung 4: Die Seitensäume sind fertig. Die Unterseite des Fotos zeigt die Webkante, also die zukünftige Oberseite. Wir schneiden die Webkante ab, da dies zu einem schöneren Endergebnis führt. Die Segmente zwischen den Tunnelzügen sollen etwa 30 cm hoch werden. Rechnung: Höhe 160 cm : 30 cm = 5,3. Gerundet planen wir also 5 Segmente = 4 Tunnelzüge. 160 cm : 5 Segmente = 32 cm + 2,3 cm für die Faltrollostäbe mit 6 mm Ø = 34,3 cm.
Beim obersten Tunnelzug rechnen wir noch 2 cm extra für das Klettband hinzu.
Zuerst schneiden wir nun die Webkante ab. Wenn Sie bereits viel Erfahrung und eine ruhige Hand haben, können Sie mit einem spitz zulaufenden Bleistift (Härtegrad HB) eine Linie exakt zwischen zwei Gewebefäden ziehen, um die Webkante gerade abzuschneiden. Alternativ schneiden Sie den Stoff am Rand ca. 1 cm ein und ziehen einen Gewebefaden heraus. Anschließend zeichnen Sie die Linien für die Stäbe an: die oberste Linie im Abstand von 36,3 cm, die zweite, dritte und vierte Linie jeweils im Abstand van 34,3 cm zueinander.
Die Linien werden auf der Rückseite des Stoffes angezeichnet.

Abbildung 5: Sie falten den Stoff entlang der angezeichneten Linien für die Tunnelzüge und nähen den Tunnel mit einem Abstand von 1,2 cm zur Bruchkante. (Testen Sie am Anfang kurz an einem kleinen Stück, ob der Faltrollostab gut hineinpasst, bevor Sie den gesamten Tunnel fertig nähen.) Die Tunnelzüge steppen Sie an einer der beiden Außenseiten zu.


Abbildung 6 und 7: Sie nähen das 2 cm breite Flauschband oben auf der Vorderseite (der schönen Seite) des Stoffes mit einer ersten Naht fest. Nutzen Sie hierfür die untere Kante des Bandes, also nicht die Seite direkt an der Schnittkante des Stoffes. Danach klappen Sie das Band nach hinten um und nähen die andere Seite des Flauschbandes fest. Benötigt: Nähbares Flauschband (Klettband-Weichseite) in 2 cm Breite.

Abbildung 8: Zur Gesamthöhe rechnen wir 6 cm hinzu, also 160 cm + 6 cm = 166 cm. Diesen Wert messen wir ab und schneiden den Stoff zu. Überprüfen Sie vorab an einigen Stellen über die gesamte Breite hinweg, ob der Abstand zwischen dem untersten Tunnelzug und der Schnittkante überall exakt gleich ist. Der Saum für den untersten Tunnelzug, in den die Unterleiste bzw. das Beschwerungsprofil geschoben wird, wird mit 3 cm Einschlag und 3 cm Umschlag genäht. Auf Abbildung 8 wird dieser Saum gesteppt. Benötigt: Unterleiste und Magnetlehre (Saumhilfe).

Abbildung 9: Sie formen eine Schlaufe von ca. 5 cm aus transparentem, 6 mm breitem Aufzugband und arbeiten dort den untersten UV-beständigen Ring (8/13 mm) oder eine Kordelklemme ein. Selbstverständlich können Sie hierfür auch eines unserer Child-Safety-Bauteile für maximale Kindersicherheit nutzen.

Abbildung 10: Wir verwenden 4 Schnurspulen/Zugschnüre. Die erste und die letzte Schnur werden im Abstand von 8 cm zum Rand platziert, die anderen beiden Schnüre nach folgender Berechnung: Fertigbreite 135,5 cm - 16 cm (2 x 8 cm für die äußeren Schnüre) = 119,5 cm : 3 Zwischenräume = 40 cm. Die Aufteilung lautet somit: 8 cm - 40 cm - 40 cm - 40 cm - 8 cm. Markieren Sie sich diese Positionen für die Endringe unten auf dem Stoff mithilfe von Stecknadeln, Schneiderkreide oder einem kleinen Bleistiftpunkt.

Abbildung 11: Nähen Sie nun die folgenden 3 cm als Saum um en platzieren Sie an jedem markierten Punkt eine kleine Schlaufe mit einem Ring oder ähnlichem Zubehör zwischen dem Umschlag. Lassen Sie an einer der oberen Seiten die letzten 4 cm vor dem Saum offen, damit die Unterleiste später problemlos in den Tunnel geschoben werden kann en nicht herausgleitet (siehe Abbildung 14).

Abbildung 12: Steppen Sie den Tunnel an beiden Seiten zu.
Jetzt können Sie den Stoff an der Schiene festkletten sowie die Faltrollostäbe und die Unterleiste in die jeweiligen Tunnelzüge schieben.
Die Unterleiste schneiden bzw. sägen wir 2 cm kürzer als die fertige Behangbreite zu, die Faltrollostäbe 1 cm kürzer als die Behangbreite.
Um zu verhindern, dass die Stäbe aus den Tunnelzügen herausrutschen, klicken wir Stabclips OHNE Ringe (diese können Sie einfach vom Clip abnehmen) auf die Seitensäume direkt an den Öffnungen der Tunnelzüge.
Anschließend montieren Sie die restlichen Stabclips genau in einer vertikalen Linie mit den untersten Ringen, fädeln de Zugschnüre durch die Ringe und schneiden alle Schnüre auf die richtige Länge ab. Dabei ist es besonders wichtig, dass Ihr Stoff völlig glatt und flach aufliegt. Wir schneiden die Schnüre sauber am unteren Ende des Raffrollos ab, sodass Ihnen noch 3 cm Restlänge bleiben, um die Schnüre sicher zu verknoten.

Tipps:
Bei einem schweren Dekostoff können Sie die Linien einfach mithilfe einer langen Richtlatte anzeichnen. Bei gemusterten Stoffen erzielen Sie das schönste Ergebnis, wenn Sie die Aufteilung der Tunnelzüge exakt auf den Musterverlauf abstimmen.
Verwenden Sie niemals einen Kugelschreiber zum Anzeichnen!
Selbstverständlich können Sie auch fertiges Tunnelband (Stäbchenband) verwenden; dies ist einfacher zu verarbeiten und wird mit nur zwei Nähten aufgesteppt.
Sie können Ihr Raffrollo nach Wunsch mit weiteren Details ausstatten, wie einer Bedienkette in einer anderen Farbe, einem Kettengewicht, Child-Safety-Bauteilen für mehr Kindersicherheit, farbigen Zugschnüren und vielem mehr.
Bei kleineren Fenstern wirken oft auch kleinere Segmente zwischen den einzelnen Tunnelzügen optisch harmonischer.
Viel Erfolg bei Ihrem Projekt!
Selbstgardinennaehen.de